Diether F. Domes

freischaffender Künstler
* 1939 in Witteschau, Sudetenland  2016 in Eriskirch am Bodensee

Diether F. Domes lebt und arbeitet heute in Eriskirchen und Langenargen am Bodensee. Er wurde 1939 im Witteschau im Sudentenland geboren und besuchte ab 1958 die Glasfachschule in Hadamar im Westerwald. Anschließend (1959-1963) wurde er an der bauhausorientierten Werkkunstschule Kassel in der Glaskunst, sowie der Bau- und Wandmalerei ausgebildet. Nach seinem Abschluss wurde er freier Mitarbeiter in der Mosaikwerkstatt des Bildhauers Berthold Müller-Oerlinghausen (1893-1979) in Kreßbronn. Im Jahr 1964 begann er ein Studium an der Akademie der Bildenden Kunst in Kahrlsruhe bei Georg Meistermann (1911-1990) und beendete es 1966 als sein Meisterschüler. Seit dieser Zeit ist Domes als freischaffender Künstler tätig und hält seit 1990 regelmäßig Gastvorlesungen an der TU Dresden, dem deutschen Farbenzentrum Berlin, der Hochschule für Gestaltung Burg Giebichenstein/Halle und dem Museum der Bildenden Kunst Leipzig. Für seine Arbeiten erhielt Domes mehrfach Auszeichnungen und Preise, darunter 1978 den Staatspreis Rheinland-Pfalz für Kunst und Architektur für die Gestaltung des Foyers im A/B-Gebäude der Universität Trier, sowie 1991 den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur. Von 1981 bis 1985 war Domes Vorstandsmitglied der Sezession Oberschaben-Bodensee. Im Jahr 1996 erfolgte seine Berufung als ordentliches Mitglied in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaft und der Kunst in München.

 Begeistert und begeisternd: Diether F. Domes vor dem Modell seines Nürnberger „Wasserlichts“.

Diether F. Domes vor dem Modell seines Nürnberger »Wasserlichts« Quelle: schwaebische.de

Sein künstlerisches Schaffen basiert auf seiner Ausbildung und Arbeit im Bereich der Glaskunst. Die Auseinandersetzung mit deren Technik prägt seine Werke bis heute. »So kristallisieren sich Linie, Licht und Farbe als die Grundelemente seiner Arbeit heraus, die er vor allem in seinen Kirchenfenstern in spirituelle Dimensionen transformiert. Zwar bewegt er sich immer im Abstrakten, findet seine Inspiration jedoch in den Kräften der Natur.« (»Auf der grünen Wiese«) Seit den frühen 1960er Jahren widmet sich Domes in zahlreichen Arbeiten der Kunst am Bau. Er realisierte mit den unterschiedlichsten Material-Kompositionen, wie Stahl, Glas, Holz, Beton, Farben und elektrifizierten Neonröhren, monumentale Kunstprojekte im öffentlichen Raum. Für sein Kunstverständnis ist die Beziehung seiner Werke zur Öffentlichkeit (und deren Raum) entscheidend. Er möchte die Kunst in die Gesellschaft tragen. Mit seinen »Ateliergesprächen«, die seit mehreren Jahren stattfinden, hat er »einen Rahmen geschaffen, in dem sein Atelier regelmäßig nicht nur zum offenen, sondern auch zum öffentlichen Ort wird«. (Ruppert)

Ich will mit meiner Kunst nicht allein sein. Ich bin allein, wenn sie entsteht. Aber dann möchte ich anderen Menschen mitteilen, was da passiert.

Diether F. Domes

Obwohl sein künstlerisches Schaffen in der Glaskunst gründet, legte er sich nie auf einen Werkstoff oder eine Technik fest. Er beschäftigt sich mit »künstlerischen Großprojekten im Bereich der Monumentalmalerei und der auftragsbezogenen, sowie freien Glasmalerei« ebenso, wie er »filigran durchwebte Zeichnungen«, »linear betonte Druckgraphiken« und Glasradierungen schafft, oder »künstlerisch verfremdete Schwarz-Weiß-Fotografien« anfertigt. (Trierischer Volksfreund) Er kombiniert in seinen Arbeiten verschiedene graphische und malerische Techniken, experimentiert mit Methoden der Glasbearbeitung oder Mehrfachbelichtung, oder reagiert in seinen »Klang-Zeichen-Aktionen« zeichnerisch auf improvisierte Musik. Dabei entstehen vor den Augen der Betrachter »optische Klanglandschaften«, wobei der Entstehungsprozess eines Kunstwerks für den Zuschauer einsehbar wird. (Ruppert) Zu Domes` markantesten Stilmerkmalen zählen die »abstrahierende Formensprache und das virtuose Spiel mit Licht, Farbe und Linien«. (Trierischer Volksfreund)

Man kann die Augen mit der Linie führen. Oder sie verwirren, wenn man mehrere Linien legt. Das ist es, was ich möchte: Dass sich die Betrachter von den Linien verleiten und verführen lassen.

Diether F. Domes

LM

Kunstobjekte des Künstlers

Referenzen

Biographie: Diether F. Domes (*1939), in: Ralf Dorn / Ulrike Gehring / Bernd Nicolai: Auf der grünen Wiese. Die Universität Trier. Architektur – Kunst – Landschaft, Trier 2004, 174.

O.V.: Diether F. Domes, in: Oberschwaben-Portal, unter:  www.oberschwaben-portal.de , (abgerufen am: 03.03.2015).

O.V.: KontraPunkte III-3, in: Georg-Meistermann-Gesellschaft, unter: www.meistermann-gesellschaft.de , (abgerufen am: 03.03.2015).

O.V.: Meistermann-Schüler Dieter F. Domes zu Gast in Wittlich, in: Trierischer Volksfreund (26.03.2014), unter:  www.volksfreund.de, (abgerufen am: 03.03.2015).

O.V.: Wasserturm. „Kunst statt Abbruch“, in: Eriskirch am Bodensee, unter:  www.eriskirch.de, (abgerufen am: 03.03.2015).

Förderer, Walter M.: Der Maler Diether F. Domes, in: Ausst.Kat.: Diether F. Domes. Werkübersicht 1963-1990. Friedrichshafen 1990, 33-42.

Legler, Erich: Weg durch Wasser und Wüste – in die Weite, in: Ausst.Kat.: Diether F. Domes. Werkübersicht 1963-1990. Friedrichshafen 1990, 111-114.

Ruppert, Harald: Die Kunst der Machbarkeit ist nichts für Kleingeister, in: Südkurier (09.04.2013), unter: www.suedkurier.de , (abgerufen am: 03.03.2015).

Ruppert, Harald: Geburtstag: Diether F. Domes wird heute 75 Jahre alt, in: Südkurier (01.07.2014), unter: www.suedkurier.de , (abgerufen am: 03.03.2015).