Johannes Albert »Albert Zapp« Zapp

Heiliger Ambrosius

Die 2,20 m hohe Figur des Heiligen Ambrosius, aus dunkler Mayener Basaltlava, wurde von dem Bildhauer Johannes Albert Zapp (1925-1963) im Jahr 1963, kurz vor seinem tragischen Tod, geschaffen. Sie befindet sich auch heute noch an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort, vor den Haupteingängen der Pfarrkirche St. Ambrosius in Trier-Nord. Auf einer Platte des Bodensockels befindet sich die Inschrift: ALBERT ZAPP SCULPSIT / 15. XII 1963.

Johannes Albert Zapp, Heiliger Ambrosius, 1963, Mayener Basaltlava, 70 x 45 x 220 cm, St. Ambrosius, Trier-Nord

Nach dem zweiten Weltkrieg war die Anzahl der Angehörigen der Pfarrei St. Paulin auf mehr als 10.000 Katholiken angewachsen. Die Errichtung einer neuen Pfarrei für den äußersten Norden von Trier wurde immer dringlicher. Im Jahre 1947 wurde die Pfarrei St. Ambrosius gegründet. Kurz nach Kriegsende war die Not so groß, dass auf große Kirchenbauten verzichtet werden musste. Eine ehemalige Reithalle der Kasernen sollte stattdessen zu einer Kirche umgebaut werden. Die feierliche Einweihung von St. Ambrosius erfolgte schließlich am 12. Oktober 1947. Hinsichtlich des Außenbaus wurde nicht viel an der ehemaligen Reithalle verändert. Im Jahre 1954 erhielt die Kirche jedoch einen Dachreiter, der den bisher fehlenden Glockenturm ersetzte. Die Anschaffung einer Glocke scheiterte zunächst an den zu hohen Kosten, daher verwendete die Pfarrei ein »Behelfsglöckchen«.  Erst 1961 konnten vier neue Glocken einweiht werden, die an Heiligabend das erste Mal läuten durften. Besonders bemerkenswert sind die drei großen Fenster, die St. Ambrosius zwischen den Jahren 1959 bis 1963 erhielt: 1959-1960 das dreiteilige Altar- oder Westfenster mit der Geburt, Tod und Auferstehung Christi, 1960-1962 das Taufkapellenfenster mit der Taufe des hl. Augustinus durch den hl. Ambrosius und 1961-1963 das sechsteilige Ostfenster mit dem Jüngsten Gericht. Die Fenster wurden von Heinrich Dieckmann (1890-1963) als Biblia pauperum konzipiert.»Für die Kunst als Biblia pauperum sind […] die Gestalt des Menschensohnes, die Klarheit des Evangeliums, die Liturgie und das Credo Maßstäbe. Es geht um eine in der Kirche wirkende Kunst, die dem Theologen in seinem Bemühen, der Gemeinde Christus und seine Lehre nahe zu bringen, unterstützt und sagt: hier ist Gottes Haus.« Die 20 Seitenfenster des Langhauses wurden in den 1960er Jahren von dem Trierer Künstler Reinhard Heß (1904-1998) expressiv und rein grafisch gestaltet. Der Entwurf für das 1983 eingeweihte, aus rotem Sandstein gefertigte Ambrosius-Relief, über dem Seitenportal und die Entwürfe für die Sandsteinreliefs über den beiden Haupteingängen, stammen von dem bekannten Trierer Bildhauer Willi Hahn (1920-1995). Seit 1987 bildete die Pfarrei St. Ambrosius zusammen mit der Pfarrei St. Bonifatius eine eigene Pfarreiengemeinschaft, die wiederum im September 2011 zur großen Pfarreiengemeinschaft St. Paulin zurückkehrte.

Im Jahr 1963 erhielt die Pfarrei St. Ambrosius eine Statur ihres Schutzheiligen. Geschaffen wurde die Skulptur von Johannes Albert Zapp (1925-1963). Auf einer Bodenplatte und einem Sockel stehend, zeigt die 2,20 m hoche Figur aus dunkler Mayener Basaltlava, in abstrahierender Formgebung, den ältesten Kirchenvater Ambrosius mit seinen wichtigsten Attributen: Mitra, Bischofsstab, Schriftrolle und Bienenkorb. Mit gütiger Miene blickt der Heilige über den Kirchenvorplatz. Die Skulptur des Heiligen Ambrosius war das letzte Werk des aus Cochem stammenden Bildhauers, der noch im selben Jahr an den Folgen eines Autounfalls starb.

Ambrosius, der spätere Heilige und Kirchenvater, Lehrer des Augustinus, wurde 339 als jüngster Sohn des römischen Statthalters in Trier geboren. Seine Mutter war eine überzeugte Christin. Nach dem Tod des Vaters zog die Familie nach Rom zurück, wo Ambrosius eine umfassende, seinem Stand entsprechende, Bildung erhielt und eine steile politische Karriere machte. Von Kaiser Valentinian wurde er 370 zum Statthalter für zwei römische Provinzen in Oberitalien ernannt, mit Sitz in Mailand. Ambrosius soll beim Volk, wegen seiner Milde und Gerechtigkeit, sehr beliebt gewesen sein. Er wurde 374 zum Bischof von Mailand gewählt. Bei der Wahl des Nachfolgers für den verstorbenen Bischof Auxentius, der Anhänger des Arianismus gewesen war, brachen heftige Streitigkeiten zwischen der orthodoxen und der arianisch-gläubigen Bevölkerung aus. Ambrosius nahm an der Wahl eigentlich nur als Beobachter teil. Er war noch nicht getauft, lebte aber im Katechumenat, einer mehrjährigen Lehr- und Einführungszeit in den christlichen Glauben, die normalerweise mit der Taufe in der Osternacht abgeschlossen wurde. Ambrosius wurde vorgeschlagen, von beiden Parteien akzeptiert, getauft und am 7. Dezember zum Bischof geweiht (Gedenktag: 7. Dezember). Er verschenkte seinen gesamten Besitz an die Armen. Neben seiner großen Barmherzigkeit galt er bald als begnadeter Prediger und verteidigte leidenschaftlich die Unabhängigkeit der Kirche gegenüber der weltlichen Macht. Er soll gesagt haben: »Der Kaiser steht innerhalb der Kirche, nicht über ihr.« Die Auseinandersetzung mit Justina, der arianischen Mutter Kaiser Valentinians, bereitete ihm große Schwierigkeiten. Er machte sich jedoch Zeit seines Lebens für die Eindämmung des Arianismus stark und verstieß damit häufig gegen den Wunsch des regierenden Kaisers. Theodosius I. nötigte Ambrosius zur öffentlichen Reuebekundung und Buße, weil er ein Massaker an Aufständischen in Thessaloniki angeordnet und 7000 Menschen im Zirkus hatte töten lassen. Kaiser Gratian überzeugte er die staatlichen Zuwendungen an den römischen Götterkult einzustellen und einen heidnischen Götteraltar aus dem Sitzungsgebäude des römischen Senats zu entfernen. 391 verbot Kaiser Theodosius I., auf Ambrosius‘ Drängen hin, alle heidnischen Kulte, damit legte der Kaiser den Titel »Pontifex Maximus« und seine priesterliche Funktion ab. »Ambrosius verhinderte die Ausbreitung des Arianismus und verschaffte dem, beim 1. Konzil von Nicäa beschlossenen, Glaubensbekenntnis allgemeine Geltung. […] Gewaltanwendung lehnte Ambrosius in religiösen Fragen ab [und] verurteilte deshalb die Hinrichtung Priscillians – des Begründers des Priscillianismus und ersten als Irrlehrer von der Kirche 385 in Trier zum Tod Verurteilten.« Mittelpunkt von Ambrosius` Lehre war die Gegenwart Gottes im Wort und den Sakramenten, die tägliche Feier der Eucharistie und die Bibellektüre. Er förderte insbesondere die Märtyrerverehrung. Seine politische Tätigkeit gab er zeitlebens nie auf. Ambrosius verfasste Schriften der Exegese, so beispielsweise eine Auslegung der Genesis, oder ein Kompendium zur christlichen Ethik. Darüber hinaus war er ein großer Hymnen-Dichter. »Nach Augustinus hat Ambrosius den Gesang von Antiphonen und Hymnen in die Liturgie eingeführt und ist so der Begründer des Gemeindegesangs in der Kirche.« Er starb an Karfreitag 397 in Mailand. Sein Gedenktag (7. Dezember) wird seit dem 11. Jahrhundert gefeiert und seit dem Jahr 1295 wird er offiziell, neben Hieronymus, Augustinus und Gregor dem Großen, mit dem Ehrentitel Kirchenvater bezeichnet.

Neben der Mitra und dem Bischofsstab wird der hl. Ambrosius meist mit einem Bienenkorb dargestellt. Sein wichtigstes Attribut symbolisiert Fleiß und Gelehrsamkeit, wobei der Bienenkorb auch auf die bekannte Geburtslegende, das Bienenwunder, verweisen kann. Ein Bienenschwarm soll sich über der Wiege des kindlichen Ambrosius niedergelassen haben. Die Bienen verletzten den Säugling nicht, sondern träufelten ihm Honig in den Mund und verliehen ihm dadurch die »honigsüße Sprache« seiner späteren Predigten, Schriften und Hymnen. Ein dargestelltes Buch oder eine Schriftrolle kennzeichnet den Lehrer und Kirchenvater, während eine Geißel auf die erfolgreiche Bekämpfung des Arianismus verweist. Seltener ist die Darstellung mit einer Schreibfeder. Der Kirchenvater Ambrosius ist Schutzheiliger von Mailand, der Krämer, Imker, Wachszieher und Lebkuchenbäcker, der Bienen und des Lernens.

Kunstobjekte in der Nähe

Heiliger Ambrosius

  • St. Ambrosius | Franz-Georg-Straße Ecke Ambrosiusstraße 4
  • 54292 Trier

Referenzen

Fachbach, Jens / Heinz, Stefan / Tacke, Andreas / Schelbert, Georg [Hrsg.]: Architekturführer Trier, Petersberg 2015, S. 133-134.

o.V.: »Ambrosius von Mailand«, in: Ökumenisches Heiligenlexikon, unter: www.heiligenlexikon.de, (abgerufen am: 27.05.2017).

o.V.: »Ambrosius von Mailand«, in: Stadlers Heiligen-Lexikon, unter: www.heiligenlexikon.stadler.de, (abgerufen am: 27.05.2017).

o.V.: »Kennen Sie… Ambrosius?«, in: 16vor – Nachrichten aus Trier (16.07.2012), unter: www.16vor.de, (abgerufen am: 27.05.2017).

o.V.: »St. Ambrosius«, in: Pfarreiengemeinscht St. Paulin, unter: www.pfarreiengemeinschaftpaulin.de, (abgerufen am: 27.05.2017).

LM